Schuld, Scham, Angst: Wenn die Wut verstummt
Von Sabine Schröder
Es war bei dem Seminar vergangenes Wochenende in der Schweiz „Wut: eine Herzensangelegenheit!“. Wieder einmal wurde deutlich, wie viel Mut es kostet, Wut überhaupt zuzulassen. Besonders für Menschen, deren Biografie sie gelehrt hat, dass die eigene Wut gefährlich ist; dass sie Schuld, Scham oder Ablehnung nach sich zieht. Dann erstickt die Wut, bevor sie sich zeigen kann. Der Kopf erinnert sich, doch der Körper bleibt stumm. Zurück bleibt ein Gefühl der Ohnmacht: Wer seine Wut nicht lebt, wird nicht ernst genommen. Und das tut weh.